Sonntag, 27. Juni 2010

Post

Ich habe meinen Exfreund aus Schottland in den Untiefen des Internets gefunden. Seine Nachricht gab mir dann Anlaß meine Briefekiste hervorzusuchen und darin zu kramen.
Unbeschreiblich was sich darin so findet - so viele Karten von Freunden und Familie, Briefe von der Familie an mich, als ich in Schottland war, natürlich auch Liebesbriefe...

Während, und nach dem Suchen gingen mir diverse Gedanken durch den Kopf. Irgendwie finde ich es sehr schade, dass das Briefe schreiben durch die Zeit des Internets und der Mails und natürlich auch des Telefons verloren geht.
Ist es denn nicht schön, wenn man eine Karte in seinem Postkasten vorfindet. Wenn man einen lieben Brief von Freunden erhält. Wenn man diese dann in einer Kiste verstaut und immer wieder ansehen und lesen kann. Man kann sehen, wer wo in Urlaub war, welche Städte er gesehen hat, man kann lachen, über lustige Karten oder einfach das Herz berühren mit ganz besonders lieben Briefen.
Wenn man ein Mail bekommt, druckt man es dann aus und hebt es auf? Ich denke nicht. Manchmal löscht man es einfach nicht und es verschwindet irgendwo im Posteingang... und nach einiger Zeit wird es dann doch gelöscht - schade!

Als ich nun da so die diversen Karten und Briefe gelesen habe, kam mir der Gedanke, dass es doch ganz einfach ist, das wieder herbeizuführen.
Und so hab ich gleich am nächsten Tag eine Karte gesucht und sie an meinen Cousin geschickt, der mir unendlich viele Karten von seinen Reisen geschickt hat und auch mal zwischendurch ganz liebe und lustige Karten.
Und das werde ich auch weiterhin machen. Hier liegt schon eine Liste an wen ich schreiben möchte. Und das werde ich in den nächsten Wochen erledigen. Und dann hoffe ich, dass mir auch jemand zurück schreibt und ich bald, zwischen Rechnungen und Werbung, die ein oder ander Karte oder vielleicht auch mal einen Brief finde.
Und die kommen dann in meine Kiste und ich kann sie immer wieder lesen...

Montag, 14. Juni 2010

Glücklich sein

Glücklich sein fällt mir momentan sehr leicht. Heute hatte ich so einen Moment des Glücks der mich gefangen genommen hat und mich noch immer lächeln lässt.
Meine liebe Schwester Angelika und ihr auch sehr lieber Freund lassen sich ja hie und da (0der auch etwas mehr) bei uns häuslich nieder. Heute war sie kaum bei mir angekommen hat sie sich schon um ein Abendessen für meine zwei Mäuse gekümmert, und als wir da so gemeinsam in der Küche standen und werkten überkam mich so ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Es ist so, wie ich es immer haben wollte. Eine Familie mit Kindern. Mehreren Kinder - und irgendwie sind die zwei auch meine Kinder, wenn sie auch schon erwachsen sind.

Momente des Glücks sind so oft in unserem Leben vorhanden. Leider nehmen wir sie nur selten als solche an und wir sollten sie doch viel bewusster erleben.
Seit ich zum Jahreswechsel entschieden habe, dass dieses Jahr mein Jahr der Veränderung werden soll, fällt mir das so leicht. Ich kann gar nicht genau sagen, warum das so ist. Es ist einfach geschehen - ich ruhe in mir selbst und bin sehr zufrieden.
Ich liebe die Momente am Morgen, wenn Pia neben mir liegt; und Paul, der mich oft schon angrinst wenn er aufsteht und mich anspringt mit einem "Guten Morgen Mama!".
Ich genieße die morgendlichen Kaffeerunden in unserem kleinen netten Kaffee in St. Veit. Die Gespräche, das Lachen, einfach die Menschen um mich. Alle die mich immer wieder hier oder im Büro besuchen kommen, kurz auf einen Kaffee herein schauen, oder auch den Mittag bis zum Abend bei mir verbringen. Spontane Abende beim Heurigen mit den lieben Leuten hier.

Während ich hier im Garten sitze und schreibe und Gregor zu mir kommt und mich fragt, ob ich was trinken möchte.. das Vogelgezwitscher um mich herum, mein Kater Flecki der ganz aufgeregt mit einer Spinne spielt, die Hunde die hartnäckig mit ihrer Schnauze versuchen mich zum streicheln zu bewegen..
Es ist einfach schön!

Und meines Erachtens sollten wir uns viel mehr auf diese Momente konzentrieren und nicht darauf die schlechten Seiten des Lebens zu betrachten. Wir regen uns viel zu sehr über Dinge auf, die unwichtig sind. Und sollten doch eigentlich das Leben so annehmen wie es ist und genießen - wir haben doch nur dieses eine...

Mittwoch, 26. Mai 2010

Freunde...

früher mal, da war ich nicht so sehr beliebt. Ich wechselte in der dritten Klasse Volksschule den Heimatort und wurde nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Lange wurde ich gemustert und betrachtet und durch meine Sprache dann wohl in die Schublade - mit der können wir nicht viel anfangen gesteckt..
Als nicht gerade herausragende Schülerin tat ich mir dann auch im Gymnasium schwer und wechselte dann nach zwei Jahren wieder mal die Schule.. Noch immer der Dialektsprache nicht mächtig, wurde ich wieder beäugt und dann doch mehr oder weniger in die Klassengemeinschaft aufgenommen, aber doch nie so ganz richtig.
Immer war es mein Wunsch einmal "dazu zu gehören" - Geheimnisse zu erfahren; bei den ersten zu sein, die Neuigkeiten erzählt bekommen; immer einen gesicherten Platz im Autobus zu haben; in den "coolen" Zimmern am Skikurs zu schlafen..

Erst als ich mich dazu entschieden habe, der Schule den Rücken zuzukehren und eine Lehre zu machen, durfte ich erfahren, was es bedeutet, wirklich in einer Gemeinschaft zu leben. Ich hatte das große Glück in meinem Lehrhotel ein Zimmer zu bekommen und entkam sozusagen der Kontrolle zu Hause. Zuerst noch sehr schüchtern und eher zurückgezogen bin ich in diesen drei Jahren dann doch sehr gewachsen. Ich wurde einfach angenommen wie ich war. Ich war in diesem "Verband" der Lehrlinge so sehr integriert, dass es mir schwer viel, das Hotel zu verlassen.
Ich habe in dieser Zeit einfach zu mir gefunden. Ich habe gelernt, dass ich so sein kann, wie ich bin und es trotzdem wen gibt, der mich einfach mag.

Nun bin ich dann also nach einiger Zeit hier in diesem Örtchen gelandet, den ich jetzt als meine Heimat bezeichne. Und ich habe auch hier Freunde gefunden. Gerade im letzten Jahr haben so viele nette Personen den Weg in mein Herz gefunden.
Und diesen, oder allen meinen Freunden möchte ich heute danken. Gerade in den letzten Wochen, als es darum ging unser großes Firmenfest zu planen, zu gestalten, herzurichten, sind mir so viele zur Seite gestanden, haben stundenlang mit mir organisiert und gearbeitet - waren einfach da für mich.
Egal mit welcher Bitte ich ankam - es war für jeden einfach selbstverständlich.

Heute bin ich da, wo ich mir immer gewünscht habe, zu sein.

Ich habe so viele liebe Freunde. Freunde, die mich schon sehr lange begleiten (auch aus meiner Schulzeit ;-)), Freunde die ganz neu sind und doch für mich da sind und Freunde, die zwischendrinnen für mich da waren und immer noch in meinem Herzen weilen.

Ich liebe es, Zeit mit diesen Leuten zu verbringen, mit ihnen zu plaudern, Gedanken auszutauschen, lustig zu sein auch mal mit ihnen traurig oder fassungslos zu sein.

Ich genieße es, am Morgen mit ihnen einen Kaffee zu trinken, sie erfrischen meinen Tag und lassen mich mit guter Laune den Arbeitstag starten; ich sitze gerne mit ihnen auf meiner Terrasse während die Kinder im Garten spielen, ich mag es mit ihnen vor der Schule zu stehen und auf die Schulkinder zu warten, ich genieße jede Sekunde mit jedem einzelnen von ihnen...

DANKE, dass es euch gibt!

Brigitte, Rudi, Mario, Thomas, Barbara, Marianne, Dragana, Karin, Michaela, Angelika, Bettina, Elfriede, Maria, Johanna, Nicole, Gabi, Roswita, Bernadette, Judit, Sonja, Annette, Birgit, Doris, Sabine, Eva, Erika, Herta, Yvonne, Jacky, Jürgen, Tanja, Kati, Kim, Klaus, Lotte, Marc, Martina, Ute, Nina, Oliver, Petra, Robert, Franz, Sandra, Silvia, Veronika, ...

Montag, 26. April 2010

27.4.2002

Heute vor acht Jahren hat Sarah uns verlassen.
Still ist sie gegangen - in den Armen von ihrem Papa eingeschlafen. Doch ganz geht sie nie. Immer wird sie in meinem Herz und meinen Gedanken bleiben und nie werde ich aufhören sie zu lieben!

Ob sie wohl auch noch manchmal an uns denkt?

Mittwoch, 21. April 2010

Aus der Seele gesprochen

hat mir heute Jeannée von der Tageszeitung Krone:

Lieber Eyafjallajökull,

ich bin ein Fan von Dir! Zugegeben, ich hab leicht reden. Plane ich doch für die nächste Zeit weder eine Flugreise noch sitzen meine Frau, meine Tocher und mein Hund irgendwo in Übersee fest, sondern sind daheim im gemütlichen aschefreien Döbling. Aber um das geht es nicht...
...lieber isländischer Eruptionist, sondern darum, wie Du, ein bis vor kurzem noch gänzlich unbekannter Insulaner, ein Nobody, uns zeigst, wo Gott wohnt...
...uns gnadenlos vorführst und von unserem arroganten hohen Ross herunterreißt, auf dem wir uns, angeblich die Krone der Schöpfung, so sicher gefühlt haben.
Du spuckst und rülpst ein paar Mal, und schon isses aus und nix geht mehr mit unserer Tüfteltechnik, mit hochnäsigem Jetten rund um den Erdball, mit sündteuren Präsidenten-, Kanzler- und Ministerflügen...
...und fassungslos stehen wir vor einem "internationalen Chaos" und wissen nicht, wie uns geschieht. Von Dir zurechtgestutzt auf jene normale Größe, die uns zusteht, die wir aber viel zu lange verdrängt und vergessen haben.
Lieber Eyjafjallajökull: Für mich bist Du der großartige Fingerzeig dafür, dass der Himmel unsere Bäume nicht wachsen lässt, wie wir es wollen...
...bist ein Warner, der uns ausrichten will: "Mehr Demut, Ihr Menschen, wäre hoch an der Zeit!"


Abgeschrieben aus der heutigen Kronenzeitung - Post von Jeannée
und dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Montag, 19. April 2010

Reset..

habe ich gedrückt! In meinem Leben.. bis hier her und nicht weiter.
Die letzten zwei Wochen hatte ich so schlimme Angstzustände wie noch nie! Und jetzt ist es soweit. Selbst Michael hat gespürt, dass etwas passieren muss, und nun habe ich einen Therapeuten. Zufall - oder Gottes Fügung... Michael hat einen Therapeuten kennengelernt und mir sofort einen Termin ausgemacht.
Schon lange denke ich darüber nach, wieder eine Therapie zu machen. Bettina, meine letzte Therapeutin hat gute Erfolge erzielt und mir auch schon angeboten, wieder mit mir weiter zu arbeiten. Aber irgendwie war es nicht richtig für mich.
Ich habe viel in mich hineingehört, Gespräche geführt, mit meinen Freunden, meinem Mann und meiner Schwester. Vieles ist in diesen Gesprächen schon aufgebrochen. Und letzten Mittwoch war es dann so weit.
Mein erster Termin.. es war toll! Und ich weiß jetzt, warum ich nicht zu Bettina wollte. Ich denke, diese Aufarbeitungsphase muss ich mit einem Mann machen. Wer weiß, was noch zu Tage kommt, was alles in mir aufscheint.. und ich bin sicher, hier bin ich richtig.
Nach diesem Termin ging ich so gelöst wieder hinaus. Die Last die sich die letzten Monate auf meine Schultern gelegt hat und mir Schmerzen verursacht hat, war weg.

Nun blicke ich sehr gespannt den nächsten Monaten entgegen, auch mit etwas Furcht in mir, weil nur ich weiß, was da alles drinnen ist und was ich alles ausprechen muss. Und von vielem weiß ich wahrscheinlich noch gar nichts..
Es wird sicher auch eine harte Zeit werden. Tränen werden fließen und Wut wird sich breit machen, Trauer werde ich fühlen, und manches wird sicher nur schwer über meine Lippen kommen. Aber es wird.. ich bin bereit dazu!

Und mit jedem Mal, wird sich die Angst in mir entfernen, einen kleinen Schritt aus meinem Körper machen und gehen. Nicht ganz, das hat er mir schon gesagt, ganz wird sie nie weichen, aber ich werde lernen damit umzugehen. Und das tut gut!

Dann werde ich den Sommer genießen, mit all den kleinen und großen Freuden die er bereitet. Mein Hausarzt hat heute gesagt, ich soll mal ein paar Tage ausspannen.. und das werde ich.. beim Segeln im Mai. Erwartungsvoll zähle ich die Tage bis wir ins Auto steigen und letztendlich dann aufs Segelboot. Hinaus auf den See.. mit den Kindern spielen, ohne darüber nachzudenken, was noch zu tun ist.. ein Buch lesen (oder auch mehr).. am Abend gemütlich ein Glas Wein trinken und plaudern, das Wasser hören, die Luft einatmen und die Angst gehen lassen. So wird es sein.

Schon die letzten Tage habe ich begonnen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren - die Kinder, meine Familie. Ein wunderschönes und entspanntes Wochenende haben wir verbracht, trotz Arbeit haben wir Zeit gefunden für uns als Familie. Auch Michael hat sich den Samstag Nachmittag ein paar Stunden frei genommen und die Zeit mit uns verbracht.

So bin ich also hoffnungsvoll und so voller Zuversicht, dass alles gut wird!

Und.. ein großes Danke, an alle die hier lesen und mir immer wieder Mut zusprechen, immer wieder für mich da sind.. ich bin sehr froh, euch alle zu haben!

Donnerstag, 8. April 2010

09.04.2001

Das ist ihr Geburtstag. Sarahs Geburtstag... und heuer bricht mir fast das Herz wenn ich an sie denke. Ich weiß nicht genau warum, die letzten Jahre dachte ich immer, es wird leichter, aber heuer kommt es mir nicht so vor.

Morgen also wäre sie neun Jahre alt geworden. Wie wäre es wohl mit ihr gewesen. Was für ein Mensch wäre sie, welche Eigenheiten und Eigenschaften hätte sie.
In meinen Gedanken, wenn ich darüber nachdenke wie unser Leben verlaufen wäre, dann denke ich nicht mehr daran dass sie krank war. Ich vergesse, dass sie sich nie hätte bewegen können. Nicht sitzen, nicht stehen, nicht laufen und springen. Sie hätte nur in einem Spezialstuhl sitzen können. Und wenn ich daran wieder denke, bin ich froh für sie, dass sie erlöst wurde.

So vieles aus dieser Zeit gerät in Vergessenheit, es verblasst mit jedem Tag der vergeht und eigentlich will man das nicht, aber es passiert. Die Gedanken an Sarah werden weniger. Aber sie sind noch immer mit Liebe gefüllt und das wird sich nie ändern!

Sarah, ich danke dir, dass du mich als deine Mutti ausgesucht hast. Ich danke dir, für die Zeit die du hier verbracht hast, für alles was du mir gegeben hast.

Und ich hoffe du verbringst einen wunderschönen Geburtstag da oben in den Wolken - mit all den Sternenkindern!